Batterieverstärker
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Beim Durchsehen meiner Röhrensammlung fielen mir ein paar Batterieröhren ins Auge. Spontan beschloß ich, mit den Dingern mal was NF-mäßiges zu bauen.

Schaltbild
Die Schaltung des Verstärkerchens

Ja, eigentlich ist dieses Ding so ziemlich sinnfrei, außer daß ich mich jetzt ein wenig besser mit der Versorgung von direkt geheizten Röhren auskenne. Da die Heizfäden alle zusammenhängen, hängen alle Kathoden auch auf dem selben Potential. Das läßt sich zwar durch Widerstände und Serienheizung oder Spannungsteiler auf's Steuergitter auch anders gestalten, wie das einige Kofferadios aus der Epoche haben, nur war mir das ein wenig zu aufwendig. Ein klein wenig verschobener Arbeitspunkt ist bei diesem Test wenig störend.

Mit dem Trimmpoti wird eine Spannung von 3-4 V zwischen negativem Heizfadenende und Masse eingestellt (genauer: 3 V für die DC, 7 V für die DL). Übrigens habe ich deswegen genau elf 9 V Blocks verwendet, weil ich beim besten Willen nicht mehr im Gehäuse untergebracht hätte: 2 Reihen mit jeweils den Schmalseiten aneinander und eine quer dazu. Mehr ging nicht 'rein. Die Batterien waren auch so ziemlich das Teuerste an der ganzen Sache. Nein, über die Lebensdauer kann ich keine Spekulationen anstellen. Ich habe innerhalb von 3 Wochen die Heizakkus nachladen müssen, weil diese vor lauter Messungen und Vorführungen inzwischen leergenuckelt waren. Die Anodenversorgung ist schwach zurückgegangen (auf 90 V).

Die Schaltung weicht von meinem bewährten Standardschema nur wenig ab. Näheres läßt sich z.B. beim Kopfhörerverstärker nachlesen.

Messungen ergaben nicht besonders tolle Werte, aber als kleiner Brüllwürfelbeschicker für wo auch immer ist sowas zu verschmerzen. Power braucht niemand von dem Ding erwarten. Mit Ach und Krach kriegt man Zimmerlautstärke zusammen, ein wenig lauter und schon hört man die Verzerrungen recht deutlich.
Durch die nicht vorhandene Gegenkopplung über die Ausgangstrafos bestimmen in erster Linie diese den etwas buckligen Frequenzgang.

Frequenzgang
Der Frequenzgang der Schaltung

Den Nachbau dieses Teilens kann ich nicht empfehlen, es sei denn, die Teile sind sowieso vorhanden. Oder jemand will sagen: Es gibt jetzt auf der Welt mindestens 2 Batterieröhrenverstärker. :-)
Nachtrag: Am 18.10.2001 habe ich von DF96 auf inzwischen vorhandene DC90 umgestellt, die arbeitspunkttechnisch einfacher zu handhaben sind.


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Ansicht von Vorne-Oben
Gesamtansicht von der besten Seite

Ansicht von Hinten-Innen
Von der Rückseite aus erkennt man noch die Anschlußdrähte für Heizung und Anodenversorgung zum Testen.

Dieses Ding habe ich innerhalb von zwei Abenden zusammengebaut.

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